
Sveta beda / Ljudi u ljetnoj noći
Holy Misery (1919) ist eine tiefgründige, fast sakrale Hymne an die menschliche Ausdauer, in der das Elend in den Händen eines finnischen Nobelpreisträgers, der Naturalismus und lyrische Zärtlichkeit meisterhaft verband, in etwas Erhabenes, fast Religiöse
Der Roman erzählt vom Schicksal einer Bauernfamilie im finnischen Hinterland während einer Zeit schwieriger sozialer Umbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Hauptfiguren – arme Bauern, Landarbeiter, ein Elternpaar, das ums nackte Überleben kämpft – tragen die Last von Hunger, Krankheit, Kindertod und der unerbittlichen Natur. Doch Sillanpää erhebt keine Anklage gegen die Gesellschaft; er zeigt, dass in diesem „heiligen Elend“ – in der demütigen Annahme des Schicksals, im stillen Glauben und der gegenseitigen Solidarität – eine gewisse reine, fast mystische Schönheit liegt. Leiden ist nicht bloß Elend; es ist ein Weg zur inneren Läuterung, zum Verständnis des Lebens als etwas Heiliges, selbst in seiner Grausamkeit.
Der Stil ist schlicht, fast biblisch in seiner Klarheit: kurze Sätze, Wiederholungen, ein Rhythmus, der an Volkslieder oder Gebete erinnert. Es gibt keine großen Helden, kein Drama; alles ist still, alltäglich, aber zutiefst berührend. Sillanpää, der 1939 gerade für diese Auseinandersetzung mit den „Armen und Kleinen“ den Nobelpreis erhielt, zeigt hier seine größte Stärke: die Fähigkeit, im Alltäglichen das Transzendente zu entdecken.
Die bekannteste Ausgabe in kroatischer (oder serbokroatischer) Sprache ist „Svjetlost Sarajevo“ von 1961, in der der Roman zusammen mit der Kurzgeschichte „Menschen in einer Sommernacht“ veröffentlicht wurde. Heute ist das Buch eine antiquarische Rarität, aber es bleibt auch eines der schönsten Zeugnisse finnischer Literatur: Es beklagt nicht das Schicksal, sondern feiert es in seiner ganzen Unverblümtheit.
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