
Radni logor Valpovo 1945.-1946.: dokumenti
Das Arbeitslager Valpovo (1945–1946) war das größte Lager für Volksdeutsche in Kroatien nach dem Zweiten Weltkrieg. Etwa 4.000 Deutsche und Österreicher wurden dort interniert; mindestens 1.074 starben, zumeist an Hunger, Krankheiten und erschöpfender Arb
Das Arbeitslager Valpovo bestand von Mai 1945 bis Mai 1946 unter der Verwaltung der kommunistischen jugoslawischen Machthaber (OZN und NOB). Es war das größte Lager für Angehörige der deutschen Volksdeutschen in Kroatien und eines der größten in ganz Jugoslawien. Das Lager befand sich auf dem Gelände des Guts Belje und den umliegenden Gebäuden in Valpovo und war offiziell für „Umerziehung“ und Zwangsarbeit vorgesehen. In der Praxis stellte es jedoch eine Form der Kollektivbestrafung für die gesamte deutsche Bevölkerung dar, die während des Krieges mit dem NS-Regime kollaboriert hatte.
Etwa 4.000 Menschen waren interniert, hauptsächlich Frauen, Kinder und ältere Männer (die meisten arbeitsfähigen Männer waren mobilisiert worden oder geflohen). Die Lagerinsassen wurden zu schwerer landwirtschaftlicher und anderer Arbeit gezwungen und erhielten nur minimale Nahrung, unzureichende Unterkünfte und mangelhafte medizinische Versorgung. Die Folge waren Massensterben durch Hunger, Typhus, Ruhr und Erschöpfung – mindestens 1.074 Todesfälle sind gesichert (manche Quellen sprechen von bis zu 1.600), und die Leichen wurden zumeist in Massengräbern auf dem Friedhof von Valpovo oder in unmarkierten Gräbern beigesetzt.
In seinem Buch „Radni logor Valpovo 1945–1946: dokumenti“ trug der Historiker Wladimir Geiger Archivmaterial zusammen und veröffentlichte es – Häftlingslisten, Berichte, Befehle, Zeugenaussagen und Fotografien – und lieferte damit eine umfassende Dokumentation der Bedingungen, der Struktur des Lagers und der Opferzahlen. Das Buch ist eine wichtige Quelle für die Erforschung der Verfolgung von Donauschwaben und anderen Volksdeutschen im Nachkriegsjugoslawien und verdeutlicht die systematische Diskriminierung und die tragischen Folgen der Kollektivschuld.
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