
Ukroćena goropadnica
Eine frühe Komödie von William Shakespeare, in der der Adlige Petruccio versucht, die gerissene und rebellische Katharina zu zähmen. Mit Witz und Humor erkundet sie die Themen Vernunftehen, Geschlechterrollen und gesellschaftliche Rollen.
Der Widerspenstigen Zähmung (entstanden in den frühen 1590er Jahren) ist eine der frühesten, meistgespielten und umstrittensten Komödien des englischen Dramatikers William Shakespeare. Basierend auf Renaissance-Motiven wie List und dem Kampf der Geschlechter erzählt die Komödie eine dynamische, äußerst humorvolle und vielschichtige Geschichte über das Verhältnis von gesellschaftlichen Konventionen, Ehe und individuellem Willen. Die Handlung spielt in Padua, wo der wohlhabende Kaufmann Baptista Minola sich weigert, seine jüngere, sanftmütige und bei Freiern beliebte Tochter Bianca zu verheiraten, bevor ihre ältere Schwester Katharina heiratet. Katharina ist in der ganzen Stadt für ihre scharfe Zunge, ihr ungestümes Wesen und ihre Missachtung gesellschaftlicher Erwartungen bekannt, was dazu führt, dass Freier sie meiden. Die Handlung beginnt mit der Ankunft des Adligen Petruccio aus Verona, der beschließt, Katharina zu heiraten – vor allem wegen ihrer reichen Mitgift, aber auch wegen der Herausforderung, sie zu „zähmen“. Durch eine Reihe komischer Eskapaden, extravaganten Verhaltens und psychologischer Provokationen auf dem Landsitz in Verona versucht Petruccio, Katharinas Widerstand zu brechen. Parallel zur Haupthandlung entfaltet sich eine klassische Renaissance-Handlung, in der mehrere Freier (Lucentio, Hortensio und Gremio) verkleidet und im Geheimen um Biancas Gunst buhlen. Die Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“, geschrieben in lebendigen, schwungvollen Versen und reich an Slapstick-Humor, regt bis heute zahlreiche Diskussionen und Interpretationen an – von jenen, die sie als Satire auf die patriarchale Gesellschaft und als Rollenspiel sehen, bis hin zu jenen, die sie als vielschichtige Geschichte über gegenseitigen Respekt und Partnerschaft im sozialen Gefüge der Renaissance lesen.
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