
Mitologija Slavena
Die einflussreichste Studie über die religiösen Vorstellungen der alten Slawen vor der Christianisierung. Eine zusammenfassende Darstellung der slawischen Mythologie durch die Rekonstruktion von Glaubensvorstellungen, Gottheiten und sozialen Strukturen au
Die Autorin verknüpft historische Quellen, Linguistik, Ethnologie und Archäologie, um die spirituelle Welt der alten Slawen zu rekonstruieren. Anstatt ein systematisches Pantheon zu entwerfen, analysiert Gieysztor sorgfältig die in Chroniken, Ritualen und der Folklore überlieferten Traditionsfragmente.
Der Hauptteil des Buches widmet sich den wichtigsten Gottheiten: Perun als Gott des Donners und der himmlischen Ordnung, Veles als sein Rivale und Herr der Unterwelt sowie verschiedenen regionalen Gottheiten, deren Namen und Funktionen je nach slawischer Gruppe variieren. Die Autorin zeigt, wie das mythologische Modell auf den gegensätzlichen Prinzipien von Himmel und Erde, Ordnung und Chaos, Dürre und Wasser basiert – einem bipolaren Strukturmuster, das sowohl Mythos als auch soziale Ordnung prägt.
Gieysztor untersucht außerdem den Ahnenkult, dämonische Gestalten, heilige Orte (Wälder, Quellen, Haine) und rituelle Praktiken, die auch nach der Christianisierung fortbestanden. Das Buch untersucht auch Kontinuitäten in der Volkskultur, darunter Jahresrituale, die Symbolik von Pflanzen und Tieren sowie die Rolle magischer Formeln.
Karol Modzelewskis Einleitung ordnet das Werk in den breiteren Kontext der Forschung zur mittelalterlichen slawischen Kultur ein, während Leszek P. Słupeckis Nachwort den Einfluss von Gieysztors Ansatz auf die moderne Slawistik hervorhebt. Herausgeberin Aneta Pieniądz liefert redaktionellen Kontext und Ergänzungen.
Das Gesamtwerk dient als grundlegendes Handbuch zum Verständnis der slawischen Mythologie, von der nur Fragmente erhalten geblieben sind. Durch Gieysztors analytische Rekonstruktion wird diese jedoch zu einer überzeugenden und kohärenten Darstellung des religiösen Systems der frühen Slawen.
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