
Vjera i ljepota
In seinem Roman „Glaube und Schönheit“ (1840) erzählt Niccolò Tommaseo die Liebesgeschichte und Ehe von Giovanni und Maria, italienischen Einwanderern in Frankreich. Nach einer bewegten Vergangenheit begegnen sie sich in Quimper, verlieben sich, heiraten
Glaube und Schönheit ist das einzige bedeutende Prosawerk von Niccolò Tommase (1802–1874), einem dalmatinischen Schriftsteller, Lexikografen und Moralisten, der es im Exil auf Korsika verfasste. Der Roman ist in sechs Bücher unterteilt und stark autobiografisch geprägt: Tommaseo verarbeitet seinen inneren Kampf zwischen Sinnlichkeit und strenger katholischer Moral.
Die Hauptfiguren sind Giovanni (ein Intellektueller, Schriftsteller und Flüchtling in Frankreich) und Maria (eine schöne, aber verletzte Frau mit einer tragischen Vergangenheit – Waise, Opfer schlechter Einflüsse und Sünden). Nach gegenseitigen Schicksalsschlägen begegnen sie sich in Quimper in der Bretagne. Sie freunden sich an und vertrauen einander ihre Vergangenheit an (Giovanni: Liebesaffären und Reue; Maria: Jugendkrisen, Selbstmordversuche, existenzielle Krise). Die Liebe führt sie zur Ehe, die kein romantisches Ideal, sondern ein Weg zu innerem Frieden und spiritueller Erhebung ist.
Nach der Hochzeit folgen Prüfungen: Maria erkrankt an Tuberkulose (ein Symbol romantischer „Schönheit im Tod“), Giovanni wird in einem Duell wegen Beleidigung des italienischen Volkes schwer verwundet. Während er sich erholt, schwindet ihr Zustand und sie stirbt – in seiner Qual findet er Trost im Glauben. Giovanni, der um sie trauert, erkennt, dass wahre Schönheit nicht bloß körperlich oder ästhetisch ist, sondern vom Glauben an Gott durchdrungen; ohne Glauben führt Schönheit zu Sünde und Schuld.
Tommaseo verwendet einen introspektiven, lyrischen Stil, reich an Metaphern, biblischen Anspielungen und psychologischer Tiefe – der Roman ist weniger eine klassische Erzählung als vielmehr eine Meditation über Sünde, Erlösung und Heil. Er lehnt romantische Sentimentalität ab, betont moralische Strenge und katholische Orthodoxie, schildert aber auch das Leiden der Sinnlichkeit. Das Werk war aufgrund seiner intimen Bekenntnisse und erotischen Anspielungen umstritten, wird heute aber als frühes Beispiel des psychologischen Romans in der italienischen Literatur des 19. Jahrhunderts und als Vorläufer der Manzoni-Tradition geschätzt.
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