
Bosa
Im Vordergrund dieser Sammlung stehen Verschmelzungen auf der Suche nach Fragmenten der Identität, in einer Kombination aus Versen und Prosafragmenten.
Meine Hauptsorgen gelten weiterhin der Zerbrechlichkeit des Menschen und der zerbrechlichen Menschheit selbst, den Punkten, an denen das System den Halt verliert und aus allen Nähten platzt. Ein System kann eine Gesellschaft sein, genauso wie es das Mikrosystem eines Individuums sein kann, das sich plötzlich barfuß wiederfindet. Und vor allem (für die Poesie) geschieht all dies (nur) in der Sprache…“ Dies sind die Worte der Autorin Vanda Mikšić, die bisher drei Gedichtbände in Kroatien und vier in Frankreich veröffentlicht hat, darunter einen, den sie gemeinsam mit Jean de Breyne direkt auf Französisch verfasste. Der Herausgeber des Buches, Miroslav Mićanović, ist überzeugt, dass dieses Manuskript „jene Bereiche stark berührt, die uns aufgrund ihrer Unmittelbarkeit, Ernsthaftigkeit und Spezifität so vertraut erscheinen, dass uns die Sprache als letztes und einzig mögliches Zeichen dessen erreicht, was uns widerfährt, was uns widerfahren ist…“ Im Zentrum steht darin „die Metamorphose, die stattfindet, wenn das Marginale, das Periphere wichtig wird und das Bild der bestehenden Welt entscheidend prägt oder sich vervielfacht und so viele andere unsichtbare metonymische Beziehungen und Verbindungen in den Text einwebt.“ Es geht um die Verlockung des Fantastischen und Möglichen, um das, was unseren Albträumen und Ängsten angehörte und angehört und nun als einzig mögliche Realität erscheint oder existiert.“ Es ist ein hybrider Text, der ein breites thematisches Spektrum abdeckt und zwischen Wachen und Träumen, Realität und Fiktion, Erfahrung und „aufgezeichneter“ Geschichte, präzisen Versen und mal lapidarer, mal fragmentarischer und bisweilen ungestümer Prosa changiert – auf eine völlig unerwartete und einzigartige Weise, die die Verwirrung und Unsicherheit unserer Zeit einfängt. Kurz gesagt: „Vanda Mikšić Bosas Manuskript kontextualisiert die Stummheit und Ohnmacht, die viele künstlerische Praktiken der letzten Jahrzehnte begleiten, denn zahlreiche -ismen haben ein Spiel eröffnet, in dem alles möglich und nichts möglich ist. Es ist, als hätte die Realität das transzendiert, was natürlicherweise der Fantasie, der Sprache und der Schöpfung zukommt!“
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