
Vrt od stakla
Ein bewegender Roman über das kleine Mädchen Lastočka, das in den 1980er Jahren in Chișinău von der Russin Tamara aus einem Waisenhaus adoptiert wird. Eine ergreifende Geschichte über Kindheit, Sprache, Identität und Trauma in den letzten Jahren der sowje
Der Glasgarten (2018) ist der zweite Roman der moldauischen Schriftstellerin Tatiana Țîbuleac. Erzählt wird die Geschichte von der erwachsenen Lastochka, die in kurzen, fragmentarischen Kapiteln an ihre Kindheit in Chișinău in den 1980er-Jahren zurückdenkt. Als kleines Mädchen aus einem Waisenhaus wird sie von der strengen Russin Tamara Pawlowna adoptiert, die sie zwingt, leere Flaschen auf der Straße zu sammeln und zu waschen. Ihr Glasgarten wird zum Symbol für die zerbrechliche und raue Welt, in der Lastochka aufwächst.
Der Roman schildert eindrücklich den Alltag in den letzten Jahren des Sowjetkommunismus in Moldau – Armut, Alkoholismus, Korruption und die tiefen sprachlichen und kulturellen Unterschiede zwischen Russisch und Rumänisch (Moldauisch). Lastochka ist hin- und hergerissen zwischen zwei Welten: dem Russisch ihrer Adoptivmutter und ihrer eigenen Muttersprache, die zur Metapher für das umfassendere Trauma von Identität und Zugehörigkeit wird.
Țîbuleac schreibt direkt, poetisch und ohne Sentimentalität. Ihr Stil ist präzise, fragmentarisch und außergewöhnlich kraftvoll in der Darstellung der kindlichen Perspektive. Das Buch ist zugleich eine Entwicklungsgeschichte, ein Familiendrama und ein subtiles politisches Porträt eines zerfallenden Imperiums. Es zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen osteuropäischen Romanen und wird für seine emotionale Tiefe, seine literarische Qualität und die Universalität seiner Thematik gelobt. Sehr empfehlenswert für Liebhaber intensiver, autobiografisch geprägter Prosa.
Jedan primerak je u ponudi
