
Hajduk Nikola Šuhaj
„Hajduk Nikola Šuhaj“ (1933) ist der bekannteste Roman von Ivan Olbracht (eigentlich Kamil Zeman, 1882–1952) und ein Klassiker der tschechischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Er zählt zu den bedeutendsten Werken der tschechischen Literatur der Zwischenk
Der Roman spielt im russischen Vorkarpatengebiet (heute Ukraine, Oblast Transkarpatien) nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns. Die Hauptfigur Nikola Šuhaj, ein junger Bauer aus dem Dorf Kolochava, kehrt von der Front zurück. Aus Armut, Ungerechtigkeit seitens der Gutsbesitzer und der Obrigkeit sowie der Unmöglichkeit eines normalen Lebens wird er zum Hajduk – einem Banditen. Er beginnt, reiche Juden, Kaufleute und Tschetniks auszurauben, verteilt das Geld aber an arme Bauern, was ihn zum Volkshelden und Robin Hood der Karpaten macht.
Olbracht schildert subtil die sozialen Gegensätze: die Armut der ruthenischen Bauern, die Korruption der Obrigkeit, Antisemitismus und Ausbeutung. Nikola wird nicht idealisiert – er ist mutig, aber auch gewalttätig, und sein Leben ist voller Gefahren. Der Roman gipfelt im Verrat: 1921 töten ihn seine Kameraden für ein Kopfgeld, und sein Kopf wird abgetrennt und als Trophäe ausgestellt.
Der Stil ist realistisch und mit Elementen aus Volkssagen und Balladen durchzogen: Der Autor verwendet folkloristische Motive, dialektale Ausdrücke und einen epischen Ton, um den Mythos eines gerechten Banditen zu erschaffen. Das Werk ist pazifistisch und sozialkritisch, jedoch ohne Agitation – der Schwerpunkt liegt auf dem tragischen Schicksal des Einzelnen im Chaos der Nachkriegsgesellschaft.
Der Roman war ein großer Erfolg, wurde mehrfach verfilmt (z. B. 1978 als Film „Nikola Šuhaj loupežník“ unter der Regie von Jiří Sequens) und wurde Teil der Volksmythologie Transkarpatiens. In Jugoslawien erfreute er sich in Nachkriegsausgaben großer Beliebtheit und wurde für seinen Humanismus und die realistische Darstellung des bäuerlichen Lebens geschätzt.
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